Donnerstag, 2. Februar 2017

Die Geburt unseres ersten Sohnes

Meine beiden Söhne kamen per Kaiserschnitt auf die Welt, während der Große geholt werden musste entschloss ich mich beim Kleinen bewusst dafür. Warum erfahrt ihr jetzt.




Kaiserschnitt

Nicklas machte sich auf den Weg....
.... am Montag den 15.07.2013 gegen 17.00Uhr war es so weit. Ich hatte den ganzen Tag über schon stärkere Wehen und freute mich 2 Tage vor ET auf unseren ersten Sohn. Mein Mann kam schnell von der Arbeit und wir machten uns auf den Weg.
Im Krankenhaus angekommen kam ich erstmal ans CTG und witzelte mit der Hebammenschülerin darüber, das sich der ganze aufwand nun endlich bezahlt machte ( 9 Monate hyperemesis gravidarum waren kein Kinderspiel ).
Das CTG war sehr gut und mein Befund bei 3.
Diese Nacht verbrachte mein Mann auf dem Autohof damit er schnell da sein konnte wenn es losgeht, das wir noch bis Donnerstag Nacht warten mussten hätte keiner von uns gedacht.

Die Nacht war ruhig und am nächsten Tag ( Dienstag 16.07.13 ) waren alle Wehen verschwunden, ich nahm ein Bad aber auch das half nicht, der Befund war unverändert.
Mittwoch ging es dann wieder leicht los, aber nicht geburtsfördernd. Anstrengend war es und sehr unregelmäßig aber stark, ich hatte keine Lust mehr. Ich bekam einen Wehencocktail um das ganze in Schwung zu bringen und ging viel Spazieren. Nichts, wehen zwar da, aber nicht stark genug.
Dabei wäre es perfekt gewesen, an diesem Tag wurde kein Kind geboren.

Donnerstag morgen wachte ich mit starken Wehen auf und ging zum CTG, es sah sehr gut aus. Sie kamen regelmäßig und mein Befund war nun auf 4.
Der Kreissaal war voll!
insgesamt kamen an diesem Tag 6 Babys zur Welt.
Die wehen wurden immer stärker, sodass eine Patientin einen Kreissaal frei machen musste, sie kam zur Einleitung. Meine Wehen wurden so stark das ich nicht mehr stehen konnte und mich hinlegen musste, sie waren sehr Wild und unregelmäßig. Die Ärztin riet zu einen Wehen Tropf um meinen bereits schwachen Körper schnell zu erlösen.
Eine PDA wurde gelegt und ich bekam den Tropf.
gut 2 Stunden Später war der Befund auf 8 und ich Bekam Presswehen ( mein Mann war in den 2 Stunden was essen und ich habe geschlafen ).
Ich merkte das die Pda nachließ und die Ärztin spritze das Mittel nach. Es wirkte nicht und da begann mein Trauma. Die Ärztin hörte mir gar nicht zu, ich versuchte mit all meiner Kraft meinen Sohn raus zu helfen aber es ging nicht. Ich spürte etwas im Linken Bein und ein Schmerz an meinen Rippen. Die Ärztin sagte ich solle mich nicht so anstellen.
Die Fruchtblase Platze und ich durfte pressen, aber er rutschte mit jeder Wehe wieder hoch, meine Hebamme drückte leicht auf meinen Bauch um ihn etwas zu helfen doch da durchfuhr mich ein starker stechender Schmerz an der Rippe. Er musste sich irgendwie verhakt haben. Die Ärztin telefonierte kurz und fragte dann ob wir damit einverstanden wären dem kleinen etwas zu helfen, man wollte es mit der Sauglocke versuchen.
Wir bejahten und wurden in den Op gebracht.
 Der Anästhesist fragte nach der Wirkung der PDA. Als ich ihm sagte das ich in meinen Linken Bein alles spüre schaute mich die Ärztin die sie mir legte böse an. War ja nicht mein Fehler, sondern ihrer. Es wurde eine Spinalanästhesie gelegt, die allerdings aufgrund der Lage der PDA höher angesetzt wurde.  Der Oberarzt schaute kurz und sagte dann das er falsch liegen würde und wir einen Kaiserschnitt machen müssten da sie die Herztöne ab fielen. Ab da erinnere ich mich nicht mehr was geschah. Ich hyperventilierte und bekam nichts mehr mit. Ich lächelte wohl als unser Sohn schrie und bestand auf "Nicklas" mit "CK". Davon weiß ich allerdings nicht`s mehr. Die Spinale war zu hochangesetzt sodass ich Halsabwärts nichts mehr Spürte, ich atmete zwar, hatte aber das Gefühl zu ersticken.
Das nächste was ich weiß ist das ich den Flur entlang geschoben wurde, über mir aufflackernde Lichter ( hatte was von nem Horrorfilm ).
Und da war er, im Kreissaal in den Armen seines Vaters. Oh man war ich verliebt♥
Für den Augenblick gab es nur uns 3.




Die Hebamme war sehr schroff und gab meinen Mann schnell zu verstehen das ich doch jetzt ruhe benötige. Nach einer kurzen, viel zu kurzen Haut an Haut Phase wurde zog sie unseren Sohn an und legte ihn in ein Bettchen, das neben mir stand aber irgendwie doch weit weg. Ich war zu schwach um zu protestieren und schlief ein. Unser erster Sohn kam am 18.07.2013 um 23:53uhr mit 4100g, 54cm und 37ku zur Welt.
Zwei Tage später traf ich den Anästhesisten im Babyzimmer und er schilderte mir was genau passiert war. Die Mischung aus zu hoch angelegter PDA und dadurch noch Höherer Spinalanästhesie machte mich sehr labil und ich wurde für einige Minuten so "benebelt" das ich nichts mehr mitbekam, als unser Sohn dann da war durfte mein Mann mit ihm gehen und ich wurde schlafen gelegt. Die Ärzte sprachen wohl von einen zu schmalen Becken weshalb der Dickschädel nicht durchkam.

Ich verfiel in Postnatele Depressionen einige Zeit nach der Entlassung und leide auch heute noch unter den Umständen der Entbindung. Ich war nicht Herr der Lage und das machte mich so fertig. Dieses Gefühl der machtlosigkeit wollte ich nie wieder verspüren.

Wir wollten aber ein zweites Kind und somit machten wir uns eingehend Gedanken um die Entbindung. Meine Delfi-Kurs Leiterin meinte damals das es tatsächlich in den meisten fällen so ist, das kleine zierliche Frauen zu großen Baby und dafür große fülligere Frauen eher zu kleinen Babys neigen. Ob das nun wirklich so ist, kann ich nur aus meinen Umfeld sagen. Und da trifft es meistens genau so zu. Ich wusste also das 37cm Kopfumfang für mich nicht machbar sind, also gab es nur 2 Alternativen
1. es drauf ankommen lassen oder
2. einen geplanten Kaiserschnitt

So stand schon wenige Monate nach der Geburt unseres ersten Sohnes fest, sollte es ein Geschwisterchen geben, wird dieses per Wunschkaiserschnitt auf die Welt kommen.
und ich muss sagen, der Gedanke daran auf den Tisch zu liegen war für mich beruhigender als der Gedanke im Kreissaal zu liegen. Ich hatte meine Wahl getroffen und war Glücklich damit, weil ich wusste das diesesmal einfach alles toll wird, weil ich Herr meiner Lage sein würde und dabei konnte das keiner so genau sagen. Ich hätte genauso gut die gleiche Hölle durchmachen können, aber ich war zuversichtlich und wurde belohnt♥


Unser zweiter Sohn Janick kam per Wunschkaiserschnitt auf die Welt.
Den Bericht dazu könnt ihr auf  Mamahoch2  nachlesen.

Alles Liebe

Svenja

P.S: Heute weiß ich, das es mir nicht möglich ist ein Kind auf natürlichen Wege zur Welt zu bringen, eine Beckenverwringung macht dies unmöglich. Hätte ich dies schon beim großen Gewusst, wäre mir so manches Leid erspart geblieben. Aber das sind Erfahrungen die man im Leben macht und ich bin letztendlich froh um diese Erfahrung. Ich weiß wie es nicht sein sollte und wie es sein soll. eine Geburt ist etwas wunderbares egal ob Spontan oder per Kaiserschnitt.

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