Montag, 24. April 2017

Wenn aus Schnupfen ernst wird

 Vier Wochen ist es nun her, das wir einige Zeit im Krankenhaus verbrachten. Für mich war es die Hölle. Mein Baby da liegen zu sehen und nichts tun zu können, war einfach der blanke Horror. Noch schlimmer fand ich allerdings all das was ich erst im Nachhinein erfuhr.
ch lese immer öfter auf diversen Blogs von Krankheitsgeschichten der kinder. Es werden Erfahrungen und Gefühle mitgeteilt. Ich bin ein Rede- Mensch, ich teile mich mit wenn mich etwas sehr belastet. So musste ich immer jeden der mich fragte, haargenau erklären wie es zum Tod meines Vaters kam, meine Gefühle, das drum herum einfach alles. Nicht jeder wollte es wissen, es war aber meine Therapie damit umzugehen, das da auf einmal etwas fehlt an meinen Herzen.

Heute möchte ich über unseren Jüngsten erzählen, wie er einen Schnupfen bekam und auf einmal ins Krankenhaus musste. Vorab möchte ich sagen, das mir bewusst ist, das es schlimmeres gibt. Ich bin aber der Auffassung, das es nichts schlimmeres für eine Mutter gibt, ihr Kind Leiden zu sehen. Ob nun ernsthaft krank oder eine Beule der Grund ist.


Bazillenmutterschiff aka Kindergarten

Wir hatten Bindehautentzündung, also der Große der den Mini recht schnell damit ansteckte. Für uns hieß es also erstmal zu hause bleiben. Beim Kinderarzt trafen wir eine Kindergartenfreundin, verdacht Scharlach.

Eine Woche später war alles wieder gut und der Große durfte endlich wieder spielen gehen, wir fanden an der Tür einen Zettel das ein Kind an Ansteckender Lungenentzündung erkrankt sei. Gute dachte ich mir, wir waren ja jetzt nicht da, also wird es uns wohl nicht mehr betreffen.
( mein Großer Sohn ist ganz oft nur Überträger, er selbst hat einen Tag Durchfall und wir liegen Wochen flach)

Der Mini war etwas verschnupft, was mir angesichts des Wetters, aber weniger sorgen machte. So kamen wir ins Wochenende und mit dem Samstag Nachmittag kam auch der Husten. Auch das machte mich noch nicht allzu misstrauisch, kannte ich etliche pseudokrupp Anfälle vom Großen. Montag ging es dem kleinen Mann immer noch nicht besser und wir fuhren zu unserer Kinderärztin. Er hatte erhöhte Temperatur und sie nahm ein leises Rascheln beim Abhören war. Wir bekamen was zu Inhalieren und sollten Freitag zur Kontrolle kommen. Ausgenommen er würde erbrechen, dann bitte sofort.

Am Dienstag war alles in Ordnung, das Fieber blieb Konstant und der husten war schlimm, gegen Abend stieg die Temperatur auf 40,5° sodass wir uns entschließen vorsichtshalber in die Notaufnahme zu fahren. Dort angekommen schrieb uns die Ärztin dort nur einen anderen Saft auf und sagte Tschüss -.-


das Fieber sank und wir wiegten uns in Sicherheit. 
Am Mittwoch musste mein Mann Arbeiten. Der große war im Kindergarten und der Mini fieberte vor sich hin. Ich machte Wadenwickel um die zeit zwischen den Medikamenten zu überbrücken, aber sobald die Temperatur sank schoss sie auch schon wieder hoch.

Um 18Uhr bekam er ibu-Saft und das Fieber sank wieder. Ich nutze die Gunst und sprang schnell unter die dusche, bis mein Großer Sohn ins Bad kam und mir mitteilte das der Mini umgefallen sei und nicht aufhören wolle zu weinen. Ich also schnell raus aus der Dusche und ab ins Kinderzimmer. Ein kleines Bündel lag auf den Teppich, zur Seite gerollt und heftig Schluchzend immer wieder am Husten und Feuerrote Wangen. Ich brauchte kein Fieberthermometer um zu wissen was los war. Ich zog mich in Windeseile an und Nahm ihn auf den Arm, sein Kopf sank an meine Schulter und er schlief sofort, heftig atmend, ein.

Ich telefonierte schnell mit meinen Mann um ihn um Rat zu fragen. Er nahm mir jede Entscheidung ab.

Ich rief meine Mama an und bat sie schnell zu kommen, machte den großen fürs Bett fertig und gab meinen Mann Bescheid als meine Mama bei mir ankam. Er rief in der Leitstelle an, schilderte alles und bat um einen RTW der uns ins Krankenhaus bringen soll.

Der Mini schlief derweil in unserem Bett,während ich mir den schon ausrangierten Maxi Cosi, eine Decke, Flasche, Windeln und Papiere einpackte. Da war er auch schon da, der große Wagen, mit dem ich doch niemals wegen meiner Kinder fahren wollte. Mir viel direkt ein Stein vom Herzen als unser "RettungsBär" die gute Seele unserer Notarztwache ausstieg. Jackpot, jemand den ich kannte und vertraute.
Er war schon informiert, mein Mann hatte bereits auf der Wache angerufen. Erst musste er etwas kämpfen , das es sein Einsatz wurde. Für ihn war klar, wenn ich jetzt dahin fahre würde ich mich beruhigen. Dem war auch so. 
Er wollte nochmal Fieber messen 39,9°
Kind in Maxi Cosi, kühlpacks an die Waden und los ging es auch schon. Ohne Tamtam, ganz still und leise verließen wir unseren Wohnort und fuhren in das knapp 10min entfernte Krankenhaus. Dort wurde mein Großer schon operiert, dort waren wir einen Tag zuvor, dort fühlte ich mich wohl.

Wir kamen an und uns kamen gleich zwei Schwestern entgegen, fragten nach den Maßnahmen und der Sättigung.
schnell waren wir auf der Kinderstation wo ich dann erstmal auf einen Arzt warten musste, es waren tatsächlich nur Minuten, mir kam es jedoch vor wie Stunden. Der Mini war nach seiner Schreiphase ziemlich schnell im Wackelnden RTW eingeschlafen.


Endlich wurden wir ins Behandlungzimmer gerufen wo wir jedoch wieder ewig ( 35min ) warten mussten. Als dann die Ärztin rein kam, die uns einen Tag vorher mit dem Fiebersaft wieder wegschickte, schaute diese nicht schlecht. Es wurden nochmal gründlich untersucht und siehe da, ein stark hörbares Geräusch. Was genau es war, wurde mir zu diesen Zeitpunkt von dieser Ärztin, nicht gesagt. Da er sehr wenig getrunken hatte in den vergangenen zwei Tagen, sollte er an den Tropf. Ein speckiges Baby was leicht dehydriert war, sollte an den Tropf. Die Venen suche ging also los. Vene nr. 1 platzte direkt, Vene nr.2 platzte beim Testdurchlauf und Vene nr.3 ( die eine andere Ärztin schnell fand ) war perfekt.

Mit einen " er bekommt jetzt erstmal Flüssigkeit" wurde ich in ein Zimmer gesteckt und wir sollen doch nun etwas schlafen. Mein Mann war noch vor dem ersten pieks mit meiner Tasche angekommen und fuhr auch dann wieder um meine Mutter abzulösen.

Da war ich also, in einen Zimmer mit meinen gar nicht mehr ansprechbaren Baby und völlig allein.


Ich nahm ihn mit zu mir ins Bett wo er auf mir schlafen durfte & alle 3 Stunden kam eine Schwester rein um die Temperatur zu kontrollieren.
sie blieb die ganze Nacht über Konstant bei 39,5°
Am nächsten Tag fingen wir an zu inhalieren, was er gar nicht mochte. Essen ging gar nicht, durch den Husten kam alles wieder raus. Auch die Milch spukte er wieder aus.
Am Freitag morgen mussten wir zum Röntgen, man wollte schauen was denn nun sei, da sein Zustand sich absolut nicht bessern wollte.
Man konnte nicht wirklich viel sehen, es wurde eine Vermutung aufgestellt mehr aber auch nicht. Wir tappten also weiterhin im Dunkeln.
Kurz nach dem Frühstück kam eine Schwester und sagte uns das nochmal Blut angenommen werden müsse um endlich heraus zu finden warum sein Zustand sich nicht bessert. 

Am Abend brach ich dann zusammen, wir hatten bereits am Nachmittag den Zugang entfernt weil er sich ihn Blutig " gezupft" hatte, da kam am Abend eine Schwester rein und sagte ganz knapp " Er muss wieder an den Tropf, die Blutwerte sind da"

Bitte nicht!

Pieks nr.1, fehlgeschlagen,
Pieks nr.2 fehlgeschlagen,
Pieks nr.3. nicht perfekt aber wir versuchen es.
der Zugang kam
 bereits nach einer halben Stunde wieder raus, da er verstopfte. Man entschied sich für eine Antibiotika Behandlung in Form eines Saftes.

WIE BITTE? UND DAS GING NICHT VORHER?

Ich war müde, verheult und hielt mein wimmerndes zitterndes Baby im Arm.
( knapp 4 Wochen später hat er immer noch blaue Füße von den missglückten Zugängen)

Ich war immer noch nicht schlauer, auf fragen kam immer die selbe Antwort
" Morgen bei der Visite"
bei der Visite hieß es immer
" Infekt"

Mit der ersten gabe vom Antibiotika verbesserte sich sein Zustand, Samstag morgen um 6:00uhr waren wir mit 36,7° fieberfrei.

Bei der wenig Aufschlussreichen Visite wurde mir mitgeteilt wenn er fieberfrei bleiben sollte, dürften wir am Sonntag morgen Heim.

Er trank und aß eine Kleinigkeit und vor allem selbstständig. Wir durften Sonntag morgen Heim.
Ich bekam einen Brief, der für die Kinderärztin bestimmt war und ein Rezept für das Antibiotikum welchen ich noch bis zum Donnerstag geben sollte.


Um an dieses Antibiotikum zu kommen, telefonierte mein Mann im Umkreis von 35km jede Notfall Apotheke ab und niemand hatte das Mittel, also holte er sich zwei Rationen aus dem Krankenhaus und ich bestellte das Mittel am Montag morgen in unserer Apotheke.

Montag

Morgens brachte ich den Brief in unserer Kinderarztpraxis vorbei und bat um Rückruf der Ärztin.

Der Rückruf kam gegen Mittag.

Ich wurde zum ersten mal in den letzten fünf tagen aufgeklärt. Im Brief standen werte und Verordnungen.


  • mein Kind hatte eine starke Bronchitis
  • Die Entzündungswerte waren bereits bei der ersten Blutentnahme kritisch hoch
  • das Antibiotikum hätte sofort gegeben werden müssen bei diesen Werten

Sie Sprach mir immer wieder gt zu, das ich mich falls es ein nächstes mal geben sollte nicht beirren lassen soll und auf volle Aufklärung bestehen soll.

Ich war nun schlauer, ich wusste was war.
Mit der aussage " Infekt" werde ich mich nicht mehr abspeisen lassen. Das die werte schon Mittwoch schlecht waren wurde mir nicht gesagt und das schockierte mich im Nachhinein sehr.

In eine andere Klinik deshalb fahren?
Nein, die nächste ist nämlich noch viel schlimmer.

Aber ich weiß jetzt was zu tun ist und werde mich durchsetzten.

Ich hatte Angst, große Angst um mein Baby und soll ich euch was sagen? Seid dem schläft er wieder bei mir im Bett. Nicht jede Nacht, manchmal nur die zweite hälfte, aber wenn ich merke das er krank wird dann erst recht. 

Seid ein paar tagen kränkelt er wieder und es ist wieder der gleiche Verlauf wie vor 4 Wochen. Sollte er jetzt noch Fieber bekommen, geht es für uns direkt zum Arzt. 
Wir haben uns nun dazu entschlossen einen Pari Boy zu kaufen, um gerade in der Erkältungszeit zu inhalieren, denn das hat ihm wirklich gut geholfen.

Unsere Ärztin sagte beim Kontroll Termin das der Mini da sehr anfällig ist, was Atemwegs Erkrankungen angeht, er hatte bereits im November eine angehende Lungenentzündung und es soll wohl nicht unsere letzte sein.

Ich bin nun schlauer, um einige Erfahrungen reicher und weiß wie ich in Zukunft damit umgehen kann.

Diese Erfahrung hätte ich aber trotzdem lieber nicht gemacht, zwischenzeitlich hatte ich echt Angst um das Leben meines Kindes.

Was der Große wohl noch alles für " Seuchen " aus den Kindergarten mitbringt? abwarten.

Und was war jetzt mit der Kindergartenfreundin? Sie war die erste von insgesamt 10 Kindern die eine Ansteckende Lungenentzündung/ Bronchitis hatte ;)

Im Wartezimmer eines Kinderarztes tummeln sich ebendfalls eine menge Viren & Bakterien.

Alles Liebe

Svenja

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen